Vorfreude

Nach dem Törn ist vor dem Törn – jedenfalls für die meisten. Ab und an soll es vorkommen, dass jemand nach Törnende nie wieder einen Fuß an Deck setzt; bei mir ist es definitiv anders.

In diesem Jahr war außer Hafengeburtstag zeitlich nichts zu machen, aber im nächsten Jahr kann ich mir wieder eine volle Segelwoche gönnen. Und Hamburger Hafengeburtstag sowieso. Grad heute kam die Törnbestätigung, angezahlt und versichert (man weiß ja nie) habe ich auch schon – jetzt geht das Tage zählen wieder los…

[tminus t=“2014-04-13 17:00:00″ omitweeks=“true“ style=“carbonlite“]Und schon ist die Wartezeit vorbei :-)[/tminus]

Ich freue mich schon auf

  • Bremerhaven (irgendwie immer auch Heimatgefühle, obwohl ich nur ein paar Jahre dort gewohnt habe)
    Seebäderkaje Bremerhaven Bremerhaven Bremerhaven Pingelturm 2011
  • die Nordsee (Ende April bestimmt ein schönes Segelrevier)
  • Helgoland (nicht unbedingt zum Anlegen, ist auch von der Seeseite schön)
    Helgoland querab
  • ein paar alte Bekannte (es gibt immer welche an Bord, die man schon kennt)
  • viele neue Bekannte

Neues von der alten Alex

Schon vor einer ganzen Weile kam die alte „Alexander von Humboldt“ ja wieder zurück aus der Karibik nach Bremerhaven, erstmal nur zur Instandsetzung. Gerüchteweise hörte man etwas von „Klassenerhalt“ und Kaufinteressenten.
Dann wurde die alte Lady erstmal (im wahrsten Sinne des Wortes) abgetakelt: Segel runter, Rigg runter, Masten runter – und ab ins Trockendock für eine detaillierte Bestandsaufnahme.
Heute nun fand ich auf Facebook ein paar Bilder aus dem Dock – und Hinweise auf die zukünftige Verwendung: Bugstrahler und Propeller sind dauerhaft entfernt, der Anstrich ist erneuert; sie soll wohl zum Restaurantschiff umgebaut werden und dann in Bremerhaven oder Hamburg liegen.

Das wird einigen :cry: die Tränen in die Augen treiben – aber wenigstens wird sie nicht verschrottet, zumindest nicht so bald…

Da sicherlich nicht jeder Zugriff auf Facebook hat (oder haben möchte) war ich so frei, die Bilder von Ewald Buckow hierher zu kopieren.

[update 20.02.2014]

Nachdem die Kleinanzeige auf eBay für einigen Wirbel gesorgt hat (wann hat man da schonmal ein komplettes Segelschiff für 750.000 € drin gesehen?), scheint sie aber auch ernsthafte Kaufinteressenten angelockt zu haben. Wie u. a. die Segler-Zeitung berichtet (hier der Artikel), hat der Hamburger Bootsausrüster A. W. Niemeyer ernsthaftes Interesse bekundet und auch schon ein paar Konzepte für die weitere Verwendung in der Tasche:

„Wir arbeiten bereits an drei unterschiedlichen Ansätzen, die „Alexander von Humboldt“ zukünftig einzusetzen. Welches dieser Konzepte tatsächlich tragfähig ist, wird sich in absehbarer Zeit zeigen, da dies stark abhängig vom tatsächlichen Zustand des Schiffes ist.“, so Christian Hofmann, geschäftsführender Gesellschafter.

Die 1906 als Feuerschiff „Reserve“ gebaute „Alexander von Humboldt“ wurde 1988 zur Bark umgebaut und legte seither mehr als 300.000 Seemeilen zurück. Dies ist nicht ohne Spuren an dem Schiff geblieben. Der Kaufpreis wird derzeit mit 750.000 € als Basis für weitere Verhandlungen veranschlagt. Man stehe noch ganz am Anfang der Überlegungen und könne erst in ernsthafte Verhandlungen einsteigen, sobald das Ergebnis der ersten Begehung des Schiffes durch eine Delegation des Interessenten vorliege, heißt es aus der Unternehmenszentrale in Hamburg.

Die Entscheidung für einen der konzeptionellen Wege kann erst erfolgen, sobald alle Möglichkeiten geprüft und kalkuliert wurden. Erst dann würde man über Details sprechen wollen. „Auch wir von AWN würden die „Alex“ am liebsten wieder segeln sehen. Um heraus zu finden ob dies finanziell überhaupt darstellbar ist, müssen wir zunächst die Meinung der Experten einholen. Wenn dies nicht sinnvoll erscheint, haben wir andere Lösungen parat.“, so Hofmann.

Unterdessen liegt der Rumpf bei BVT im Fischereihafen; das Rigg liegt an Land und wird ebenfalls überholt (so weit ich gehört habe).

Der Rumpf der Alex 1 im Fischereihafen

Der Rumpf der Alex 1 im Fischereihafen

Das Beck’s Schiff – jetzt neu mit weißen Segeln

Stimmt überhaupt nicht, diese Überschrift – Beck’s ist kein Sponsor mehr. Schon eine ganze Weile nicht mehr. Aber trotzdem wird die alte Alex den meisten Landratten wohl als „das Beck’s Schiff“ in Erinnerung bleiben (ist auch die schnellste Methode, jemandem zu erklären von welchem Segelschiff die Rede ist).

Der Neubau ist getauft, letzte Restarbeiten werden erledigt – und am 3.10. soll sie dann endgültig auf Jungfernfahrt und den ersten Ausbildungstörn gehen.

Hier mal ein paar Fotos vom Taufwochenende….

Alex und ich – wie alles anfing

Als kleine Ergänzung zu meiner Alex-Linksammlung

Wie steht es so schön in der Einladung zur Schiffstaufe (und warum kommen solche Sätze eigentlich so oft von Antoine de Saint-Exupery?):

Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.

Irgendwie hat das bei mir mit der Sehnsucht nach dem Meer wohl geklappt, denn kurz nach meinem Umzug nach Bremerhaven im Herbst 1991 habe ich mich mit dem grünen Virus infiziert: im November 1992 hatte ich mich für einen Törn im Februar 1993 angemeldet und war wild entschlossen, mich alte Landratte auf See zu begeben. Dummerweise war ich aber zu spät und konnte nur einen Platz auf der Warteliste ergattern. Im Lauf der Wartezeit ergab sich eine andere Möglichkeit, den Urlaub zu verbringen – und es kam, was kommen mußte: Kaum hatte ich die Reise fest gebucht, kam Mitte Januar von der STAG eine Zusage – die ich dann leider ablehnen mußte.

Da einem in Bremerhaven ja immer wieder Segelschiffe begegnen, bin ich nie mehr so richtig von der Idee losgekommen. Es hat dann noch drei Jahre gedauert, bis ich Vereinsmitglied der STAG geworden bin – nur an Bord bin ich nie gegangen. Und wenn ich nie sage, ist das wirklich wörtlich zu nehmen – weder zum Mitfahren noch zur Besichtigung habe ich jemals auch nur einen Fuß auf die „alte“ Alexander von Humboldt setzen können. Warum auch immer. (Ob mich das im Studium bei Prof. Manfred Hövener weitergebracht hätte? Zum Glück hat’s ja auch so ganz gut geklappt ;))

Baufortschritt 18.06.2011

Als das Projekt Alex II ins Leben gerufen wurde, habe ich die Entwicklung begeistert verfolgt (wer nicht?), der endgültige Durchbruch (bzw. Ausbruch der grünen Krankheit) kam dann aber eigentlich erst Anfang 2011: Es tauchten Fotos vom Neubau in meinem Blickfeld auf…. Und als ich dann noch Mitte Juni kurz in Bremerhaven war und „rein zufällig“ im Fischhafen an der (Aus-)Baustelle vorbeikam, war der Entschluß klar: Ich muß dabei sein, wenn dieses Schiff in See sticht.

Erstmal also nur zur Taufe „mit alles“ von Freitag bis Sonntag (wir werden im Columbus-Center mit Blick auf die Weser wohnen!), im Oktober zu einem Tagestörn, und später sehen wir dann mal….