Ausprobiert: Peterson SC-1 StroboClip Tuner

Preislich ist das mit 69€ (bei Thomann) eher der Mercedes unter den Clip-on Stimmgeräten – trotzdem war ich neugierig, ob er wirklich auch so viel besser ist, wie er teurer ist (bspw. als der Planet Waves Minituner für 17,90€).

Beim Auspacken gibt er sich erstmal unhandlich in seiner würfelförmigen Blechdose. Die ist zwar schick, passt aber mit 7cm Kantenlänge nirgendwo mehr richtig rein, jedenfalls nicht bei mir. Das Zubehörfach im (Ukulelen-)Koffer ist zu klein und in den Gigbags ist sowieso kaum Platz für irgendwas. Zum Glück ist der Tuner selbst dann doch etwas handlicher, vor allem läßt er sich ganz gut zusammenfalten – so passt er dann auch in den Koffer. Auch hier wieder viel Blingbling mit einem Metallgehäuse (allerdings mit Seitenteilen aus Plastik); das wiederum sitzt auf einer griffigen Klemmhalterung aus Kunststoff. Die Anzeigeeinheit ist in fast alle Richtungen mit leichten Rasten drehbar, so kann man den Tuner bequem an der besten Stelle anklemmen und hat die Anzeige mit der orangenen Hintergrundbeleuchtung trotzdem immer gut im Blick.

Wo genau die beste Stelle ist, muss man ausprobieren. An der Ukulele gibt’s ja nicht soviel Platz an der Kopfplatte wo der Clip hinpasst…. Bei der Flea mit der offenen Kopfplatte ist es noch schwieriger: ganz hinten am Ende ist nicht optimal, besser ist es vorne am Übergang zum Griffbrett (da wo bei mir normalerweise der Minituner wohnt). Bei “normalen” Kopfplatten läßt sich der Peterson schön mittig zwischen den Stimmwirbeln anklemmen und bleibt auch fest sitzen ohne zu verrutschen; die Halterung macht einen wirklich soliden Eindruck.

Betrieben wir der Tuner mit einer handelsüblichen CR2032 Knopfzelle, die sogar ein eigenes Fach im Inneren der Blechdose hat; die Batteriehalterung aus Plastik ist auch ohne Beschriftung verpolungssicher, falsch herum läßt sie sich nicht wieder einbauen. Eine kleine Bedienungsanleitung in zig verschiedenen Sprachen ist auch dabei, die deutsche Übersetzung wurde allerdings nicht von jemandem mit Deutschkenntnissen gegengelesen und ist dementsprechend teilweise wirr und unverständlich. Auf Englisch ist es jedenfalls besser verständlich.

Die Stroboskopanzeige ist auf jeden Fall erstmal ungewohnt, dafür aber sehr präzise. Peterson gibt eine Genauigkeit von 0,1 cent an – das ist ein Tausendstel Halbtonschritt und liegt auf jeden Fall weit unter dem, was meine ungeschulten Ohren noch an Abweichung hören können. Mit den direkten Mechaniken der Flea wird das Stimmen zum Geduldsspiel, der Tuner zeigt tatsächlich schon minimalste Änderungen der Saitenspannung an. Bei übersetzten Mechaniken geht es naturgemäß etwas einfacher. Spaßeshalber habe ich meine Flea mal mit dem eingebauten BBand Tuner sauber gestimmt und das Ergebnis mit dem Peterson kontrolliert: Es gab natürlich noch Optimierungspotenzial, allerdings nicht so deutlich als dass ich das auf die Schnelle tatsächlich auch hören konnte. Mag sein, dass sich diese Präzision erst im (professionelleren) Zusammenspiel mit anderen Instrumenten wirklich auszahlt – für den Hausgebrauch halte ich sie für übertrieben. Eher was für puristische Musiknerds…..

Technische Details etc. stehen auf der Herstellerseite, die wiederhole ich hier jetzt nicht komplett.

Die diversen Voreinstellungen für temperierte Stimmungen etc. sind für mich unnötig, so viele verschiedene Instrumente habe ich nicht und will ich auch nicht anschaffen.

Mein Fazit: für mich ist das nichts, der Präzisionsgewinn beim Stimmen ist mir zu teuer. In der Preisklasse meiner Ukulelen definitiv ein Overkill.

+ große, leicht ablesbare Anzeige mit Hintergrundbeleuchtung (orange)
+ jede Menge Einstellmöglichkeiten für unterschiedlichste Instrumente (bis hin zum Dudelsack)
+ “sustain”-Modus für Instrumente, die nicht so lange nachklingen

– unhandliche Dose
– Displaybeleuchtung schaltet sehr schnell wieder ab – gut für die Batterie, aber schlecht zum genauer hinschauen
– teuer (bei Amazon sogar für 130€ gesehen…)

Planet Waves Mini Headstock Tuner PW-CT-12 NS

Ab und an findet man ja Sachen und fragt sich, wie man überhaupt vorher ohne auskommen konnte – dieses handliche kleine Stimmgerät gehört für mich auf jeden Fall dazu.

Es liegt in der Natur der Ukulele, dass sie nicht gerade zu den stimmstabilsten Instrumenten gehört; nachstimmen ist (vorsichtig ausgedrückt) häufiger nötig, auch wenn man nur alleine spielt und auf keine anderen Instrumente Rücksicht nehmen muß. Dieser Tuner wird einfach an die Kopfplatte geklemmt und kann da “für immer” dranbleiben.Der Klemmmechanismus ist stabil und hält, allerdings macht er tatsächlich auch nicht den Eindruck, als würde er einen häufigen Wechsel lange durchhalten. Es ist keine Federklemme, sondern eine Ratsche, ähnlich wie bei einem Kabelbinder. Nur dass sich die Ratsche hier natürlich wieder lösen läßt ;-)

Von vorne ist er unauffällig, und dank seiner Winzigkeit fällt er im wahrsten Sinne des Wortes auch nicht wirklich ins Gewicht. Die Anzeige ist 360° drehbar und läßt sich so immer irgendwie in eine bequem ablesbare Position bringen. Unten mal ein paar Bilder vom Tuner an meiner Kala Concert und der Flea. Die Batterie (Größe Mignon = AA) dient nur zum Größenvergleich, der Tuner läuft mit einer CR2032 Knopfzelle, die praktischerweise auch gleich im Lieferumfang enthalten ist.

 

Ein paar Highlights:

  • Cliptuner (allerdings eher nicht zum häufigen Wechseln)
  • Piezo Tonabnehmer (unempfindlich gegen Umbgebungsgeräusche)
  • chromatisch
  • zweifarbige Anzeige (rot/grün) incl. Balken für die Stimmlage
  • kalibrierbar 430-450 Hz
  • automatische Abschaltung

Die Bedienung ist denkbar einfach: Deckel mit einer Münze o.ä. öffnen, Batterie einlegen (+ nach oben), Deckel wieder verschließen. An einer passenden Stelle der Kopfplatte anklemmen, anschalten, anschauen – fertig. Da es bei der Ukulele im Gegensatz zur Gitarre etwas enger zugeht habe ich den Tuner nach links oben montiert; dadurch stört er die linke Hand weder beim Stimmen noch beim Greifen – und man verdeckt sich beim Stimmen auch nicht die Anzeige. Beim Einschalten wird im Display kurz die eingestellte Frequenz angezeigt; diese läßt sich mit dem zweiten Knopf in 1Hz-Schritten von 430-450 Hz verändern.

An dieser Stelle Dank an Aldrine Guerrero von Ukuleleunderground, bei dem ich zuerst auf den Tuner aufmerksam wurde als er ihn in einem kurzen Video vorgestellt hat:

Mehr Informationen direkt beim Hersteller.

Erhältlich z. B. bei Amazon, Thomann, SchneiderMusik – weitere Händler findet Google.