UAS – was ist das?

Manche wissen es, aber den meisten dürfte UAS unbekannt sein. Das kann ich ändern.

UAS ist die Abkürzung für Ukulele Acquisition Syndrome, auf Deutsch: Ukulelen-Anschaffungs-Syndrom.

Nach Meinung von Experten (die allerdings leider zumeist auch davon befallen sind) handelt es sich dabei aber keineswegs um eine Krankheit, sondern lediglich um ein Ungleichgewicht zwischen Ukulelenbestand und Kontostand, welches sich auf ganz natürliche Weise mit der Zeit ausgleicht. (Einige andere Erklärungsversuche findet man auch in den einschlägigen Internetforen)

Nach Meinung von Außenstehenden handelt es sich mindestens mal um einen Spleen, der zuweilen auch groteske Züge annehmen kann: Es soll Leute mit deutlich zweistelligen Ukulelenbeständen geben – und es handelt sich dabei nicht um Händler, sondern um Besitzer und -nutzer. Und wie bei üblich gibt es endlose Ausreden, mit denen die Anschaffung der nächsten Ukulele begründet bzw. gerechtfertigt wird.

Kurzum: wer UAS hat, sammelt Ukulelen (und spielt sie meistens auch mehr oder weniger gut; in der Regel werden die angeschafften Ukulelen proportional zum Können besser und teurer).

Die gleiche Symptomatik zeigt sich übrigens gerne auch bei Gitarrenspielern, allerdings bleibt da die Anzahl der Instrumente deutlich niedriger – dafür kostet eine gute Gitarre auch gerne mal mehr als eine gute Ukulele. Was natürlich nicht heißen soll, dass man für eine Ukulele nicht auch ganz locker mehrere Tausend Euro ausgeben kann…

Langer Rede kurzer Sinn: auch ich bin befallen; das zeigt sich ganz deutlich. Glücklicherweise leidet mein Kontostand noch nicht darunter…

Nicht mehr im Bestand: Flea M-40 und die beiden Flukes

Es fehlt: eine rote Makala Dolphin, die an und an oben im Kopfbild auftaucht – die habe ich zwar auch selbst gekauft, aber verschenkt.

Fluke vs. Flea

Mehr oder weniger zufällig konnte ich heute mal Fluke und Flea in Konzertgröße direkt vergleichen. Diese kultigen Ukulelen werden in USA von The Magic Fluke Company (Flea Market Music) hergestellt und sind auch direkt ab Werk online erhältlich; Rückfragen und Sonderwünsche werden sehr freundlich und schnell beantwortet. Leider gibt es in Europa nur wenige Händler, selber importieren ist trotz niedrigem Dollarkurs relativ teuer; Ukulelen kosten zwar nur 3% Zoll, aber auf den Endbetrag (Kaufpreis + Versand + Zoll) werden 19% Einfuhrumsatzsteuer fällig. Ich habe diesmal in Italien bei Mercatino dell’ukulele (dem Ukulelenhandel des bekannten Saitenherstellers Aquila) eingekauft, die haben eine sehr gute Auswahl in verschiedenen Größen und Farben – und auch Modelle mit Tonabnehmer am Lager.

Der Korpus aus Kunststoff (GFK) und macht einen fast unzerstörbaren Eindruck, ähnlich wie bei den Gitarren von Ovation. Feuchtigkeit ist an der Stelle jedenfalls kein Problem… Beide sind unten abgeflacht, man kann sie tatsächlich problemlos auf dem Boden abstellen. Diese ungewöhnliche Form macht allerdings die Anbringung eines Gurtknopfes (wenn man denn einen braucht) etwas schwieriger; ich habe mir dafür einen Magnetgurt angeschafft, der ohne festen Gurtpin auskommt und auch seitlich am Korpus hält, ohne die Standfähigkeit zu beeinträchtigen.

Die Decke ist ein 1,5mm dünnes dreilagiges Laminat (Fichte oder Birke, die Angaben sind widersprüchlich – werde ich mal direkt beim Hersteller nachfragen). Die Brücke ist aus Holz (Bubinga) mit einer Stegeinlage aus Kunststoff; die Flea ohne Tonabnehmer hat normalerweise nur eine einteilige Kunststoffbrücke. Aus Gründen :mrgreen: habe ich mich für die grüne Lasur entschieden, erhältlich sind sie aber auch in etlichen anderen Farben und nur mit Klarlack.

Das Griffbrett mit 15 Bünden ist ebenfalls aus Kunststoff und hat durch den Nullbund eine wunderbar flache Saitenlage. Zu Anfang muss man immer etwas genauer hinschauen, weil die „Bundstäbe“ sich farblich nicht vom Griffbrett abheben. Durch die Massenfertigung im Spritzguss ist dieses Griffbrett bundrein, hier sitzt jeder Bund genau an der richtigen Stelle. Der flache Hals ist aus Ahorn und liegt – wie ich finde – angenehm in der Hand.

Bei beiden ist ein aktiver BBand U1.5T als Tonabnehmer eingebaut; der Stecker sitzt rechts unten an der Seite, die Regler links oben.

Noch sind die werksseitigen Aquila Nylgut aufgezogen, über kurz oder lang werde ich aber grüne und/oder rote Aurora aufziehen, die ich noch in der Schublade liegen habe (die Idee einer grünen Ukulele ist bei mir nicht ganz neu, da habe ich schonmal was vorbereitet…).

Unverstärkt hört man der Fluke den größeren Korpus an, sie klingt einfach voller. Erstaunlich laut sind sie beide. Klangbeispiele gibt es auf Youtube in Hülle und Fülle, eigene Aufnahmen erspare ich mir an dieser Stelle. Mangels geeignetem Verstärker konnte ich nur das integrierte Stimmgerät ausprobieren – es funktioniert und zeigt präzise an, in welcher Richtung man noch vom richtigen Ton entfernt ist. Leider gibt es keine Näherungsanzeige, so dass das Stimmen mit den direkten Mechaniken viel Fingerspitzengefühl erfordert.

Übrigens: nur die Flea bleibt, auch wenn sie klanglich hinter der Fluke zurücksteht. Die Fluke sieht einfach zu sehr nach Balalaika aus und zu wenig nach Ukulele…